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- By Carolina Herrera
In modernen Verpackungslinien bestimmen Leistung und Zuverlässigkeit des Flaschenaufrichters maßgeblich die Effizienz und Wirtschaftlichkeit des gesamten Betriebs.
In der Lebensmittel-, Getränke-, Pharma-, Kosmetik-, Schmierstoff- und Chemieindustrie sind Flaschenaufrichter unverzichtbar, um Kunststoffflaschen vor dem Befüllen und Etikettieren schnell und korrekt auszurichten.
Es gibt verschiedene Technologien zur Flaschenausrichtung, aber Ziel dieses Artikels ist es, die wichtigsten Leistungsmerkmale zu vergleichen, die bei der Auswahl eines geeigneten Systems berücksichtigt werden sollten – darunter Wartung, Luftverbrauch, Umrüstzeit und Platzbedarf.
Wartung und Zuverlässigkeit
Die mechanische Komplexität ist ein wesentlicher Faktor für Wartungsaufwand und -kosten. Systeme mit Riemen, Ketten, Haken oder Liften zur Flaschenbewegung erfordern häufig Schmierung, Ausrichtung und den Austausch von Verschleißteilen. Dies gilt besonders für lineare Flaschenaufrichter, die auf mehrere mechanische Schritte (Scheibenzuführung, Hakenhub, Riemengreifer) zur Ausrichtung angewiesen sind.
Rotative Flaschenaufrichter mit Luft- und Schwerkrafttechnik nutzen hingegen geneigte Schalen und sehr wenige bewegliche Teile. Diese Konstruktionen sind stabiler und benötigen kaum tägliche Anpassungen. Die einfache Mechanik führt zu geringeren Ersatzteilbeständen und reduziert unerwartete Stillstände.
Druckluftverbrauch und Flaschenhandling
Der Druckluftverbrauch variiert stark zwischen den verschiedenen Flaschenaufrichter-Typen:
- Traditionelle rotative Systeme arbeiten oft mit kontinuierlichem Luftstrom zur Flaschenausrichtung. Moderne Systeme wie das POSIMAT Air-Saving-System verwenden hingegen intelligente Luftaktivierung, bei der die Luft nur bei Flaschenerkennung freigesetzt wird – das reduziert den Verbrauch um bis zu 50 %.
- Geregelte Luftzufuhr sorgt für eine sanftere und schonendere Ausrichtung, was bei empfindlichen oder leichten Behältern entscheidend ist, und vermeidet mechanischen Kontakt, der die Flaschen beschädigen könnte.
- Lineare Flaschenaufrichter verwenden in der Regel keine Druckluft, sondern setzen vollständig auf mechanischen Kontakt. Das spart zwar Energie, erhöht jedoch das Risiko von Kratzern und senkt die Ausrichtungsqualität.
- Systeme mit horizontalen Schalen benötigen in der Regel höheren Luftdruck, da sie ohne Schwerkraftunterstützung arbeiten – was den Verbrauch weiter erhöht.
Formatwechsel und Produktionsverfügbarkeit
In Produktionsumgebungen mit häufigen Formatwechseln – etwa in der Kosmetik- und Haushaltsbranche – ist es entscheidend, Stillstandszeiten zu minimieren.
- Rotative Flaschenaufrichter benötigen normalerweise Formatteile für jeden Flaschentyp. Systeme wie der automatische POSIFLEX-Formatwechsel von POSIMAT ermöglichen jedoch den Wechsel ohne manuelle Eingriffe oder Linienstopp und reduzieren die Umrüstzeit auf nahezu null.
• Der einfache Zugang zu den Formatteilen ist entscheidend, um Wechselzeiten und -kosten zu reduzieren. Die Umrüstung ohne Werkzeuge und ohne speziell geschultes Personal sorgt für hohe Anlagenverfügbarkeit.
• Lineare Systeme erscheinen in diesem Punkt einfacher, da einige Designs mehrere Formate ohne Umrüstung verarbeiten können. Sie sind jedoch anfällig für Fehleinstellungen, was zu schwankender Leistung, geringerer Effizienz und höheren Wartungskosten führt.
Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
Nachhaltigkeit und Energieverbrauch stehen zunehmend im Fokus von Verpackungsbetrieben. Der Druckluftverbrauch ist dabei nur ein Aspekt – die Gesamteffizienz der Maschine hat eine größere Wirkung.
- Maschinen mit weniger Stillständen, geringerem Wartungsbedarf und schnellen Umrüstungen verbrauchen weniger Energie pro Flasche.
• Intelligente Luftregelung, vereinfachte Mechanik und hohe Anlagenverfügbarkeit senken Emissionen und Betriebskosten.
• Lineare Systeme wirken auf den ersten Blick energieeffizienter, doch ihre betrieblichen Ineffizienzen können diesen Vorteil zunichtemachen.
Personalbedarf und Betriebskosten
Der Personalaufwand für Überwachung, Wartung und Einstellungen der Flaschenaufrichter hat direkten Einfluss auf die Betriebskosten.
- Maschinen mit häufigem Wartungs- oder Justagebedarf sowie hoher Störanfälligkeit erhöhen die Personalkosten.
• Vollautomatisierte, stabile Systeme mit minimalem Eingriffsbedarf ermöglichen es dem Personal, sich auf wertschöpfende Aufgaben zu konzentrieren.
• In Hochgeschwindigkeitslinien verbessert die Reduzierung manueller Eingriffe die Rentabilität und senkt die Fehlerquote.
• Ein langfristiger Kostenvergleich (z. B. über 5 Jahre) sollte sowohl Material- als auch Stillstandskosten berücksichtigen.
Entwicklung der Bauweise und Platzbedarf
Lineare Flaschenaufrichter waren historisch gesehen die ersten auf dem Markt und sind weiterhin verbreitet. Ihre mechanische Bauweise und geringere Effizienz haben jedoch die Entwicklung hin zu rotativen Systemen begünstigt – vor allem für Hochgeschwindigkeitslinien und Mehrformatanforderungen.
- Rotative Flaschenaufrichter mit geneigten Schalen und Schwerkraftzuführung bieten eine höhere Betriebszeit und besseres Flaschenhandling.
• Es wird häufig angenommen, dass lineare Systeme weniger Platz benötigen. Das kann stimmen, doch moderne rotative Systeme sind auch in kompakten Ausführungen erhältlich, die hohe Leistungen auf engem Raum ermöglichen. Zum Beispiel bieten die MASTER-Modelle von POSIMAT hohe Durchsätze bei kleiner Stellfläche.
Fazit
Die Wahl des richtigen Flaschenaufrichters erfordert eine umfassende Bewertung – über den Anschaffungspreis hinaus:
- Minimaler Wartungs- und Justageaufwand.
• Intelligenter Luftverbrauch und schonende Flaschenführung.
• Automatischer Formatwechsel mit minimaler Stillstandszeit.
• Hohe Energieeffizienz durch schnellere Zyklen und weniger Unterbrechungen.
• Geringere Personalabhängigkeit.
• Kompakte Bauweise mit skalierbarer Leistung.
Rotative Flaschenaufrichter mit integrierter Automatisierung, optimierter Luftsteuerung und schneller Umrüstung sind heute die flexibelste und effizienteste Lösung für Hersteller mit hoher Nachfragedynamik und Nachhaltigkeitszielen.